Erweiterung Schulhaus Lenzerheide

Bestand

Die bestehende Schulanlage wird vom stattlichen Primarschulhaus von 1961, dem daran anschliessenden Zwischentrakt mit Aula und dem innenräumlich stimmungsvollen Oberstufenschulhaus von 1981 geprägt. Zusammen mit der Mehrzweckhalle wird ein geschützter Pausenhof gebildet. Der Zwischentrakt mit Aula und Lehrerzimmer dient beiden Schulhäusern gemeinsam. Die Aula wird von einer einladenden, grosszügigen Raumstimmung geprägt. Das davorliegende Foyer wirkt wie der Verbindungsgang im Obergeschoss beengend.

Erweiterungskonzept

Das Primar- und Oberstufenschulhaus bleiben in ihrer Ausstrahlung und Prägnanz erhalten. Der Zwischentrakt wird mit einer Aufstockung und Erweiterung nach Nordosten in seiner Funktion und seinem Erscheinen gestärkt. Im Querschnitt ist die Raumorganisation mit überhohen Räumen und Galeriegeschoss im Labor. Die Belichtung der Räume und des Verbindungsgans im 2. Obergeschoss ist über ein Oberlichtband ablesbar. Im Erdgeschoss erhält das Foyer eine räumliche Erweiterung und zusätzliche WC-Anlagen, die einen unabhängigen Betrieb der Aula von der Schulanlage erlauben. Ein breiter Verbindungsgang im 1. und 2. Obergeschoss verbindet den Primar- und den Oberstufentrakt. Der nachträglich im Oberstufentrakt eingebaute Lift kann zurückgebaut werden, was den räumlich spannungsvollen Erschliessungsraum klärt. Das Labor ist als zweigeschossiges Atelier mit Galerie konzipiert und nimmt so die Schitttypologie im Oberstufenschulhaus auf. Mit seiner Galerie, der internen Verbindungstreppe und den überhohen Fenstern entsteht eine werkstattähnliche Atmosphäre. Die Schüler und Lehrer erhalten mit dem Labor einen grosszügigen Arbeitsraum, der zum kooperativen Lernen einlädt und ein zusätzliches Raumerlebnis zu den Klassenzimmern bietet. Je ein Gruppenraum befindet sich angegliedert an das Labor auf jedem Geschoss. Die Oberstufenschüler können von ihrem Klassenzimmer auf gleicher Ebene und kurzem Weg zum Gruppenraum und Labor gelangen. Auch für die Primarschüler ist das Labor gut erreichbar. Das Lehrerzimmer befindet sich neu im 2. Obergeschoss mit Überblick auf den Pausenplatz. Der Raum ist zweiseitig belichtet und durch ein langes Einbaumöbel in zwei Hauptbereiche gegliedert. Zum Pausenplatz orientiert sind der Aufenthalts- und Besprechungsbereich, die Arbeitsplätze liegen auf der Seite des Verbindungskorridors und werden über ein hochliegendes Fensterband belichtet. Die beiden benachbarten Musikzimmer und der Vorraum, der auch als Wartebereich dient, erhalten auch über dieses Oberlichtband Tageslicht. Der Raum für die schulische Heilpädagogik und die Besprechung der Schulsozialarbeit sind nach Südwesten zum Pausenplatz ausgerichtet. Die räumliche Aufwertung des Zwischentrakts schafft aus diesem einen Spezialtrakt mit gemeinschaftlich nutzbaren Räumen und übernimmt die Funktion des Bindeglieds zwischen Primarschule und Oberstufe. Dies zeigt sich auch im äusseren Ausdruck, wo die Pfeilerstruktur der Aula über das zusätzliche Geschoss weitergeführt wird und so den Zwischentrakt als eigenständigen Baukörper vom Oberstufentrakt abhebt. Die Nordostseite lebt von der zweigeschossigen Fensterfront des Labors, das seinen Werkstattcharakter zum Ausdruck bringt.

 

1. Preis 2018

Zusammenarbeit mit Plácido Pérez Bauingenieure Bonaduz