Neue Bahnstation Chur West

Der gedeckte Platz unter der neuen Brücke soll neben seiner Aufgabe als öV-Drehscheibe auch ein verbindendes Element der beiden Gebiete nördlich und südlich des Bahndamms und zu einem repräsentativ-öffentlichen Freiraum werden. Eine offene Grundstruktur mit Erschliessungsanlagen und wenig Stützen, Tageslicht und das Verweben mit der Umgebung tragen dazu bei.


Eine lange Rampe, ein kaskadenartiger Treppenaufgang auf der gegenüberliegenden Seite und die fünf V-Stützen bilden zusammen mit der Rippendecke der neuen Brücke die raumbestimmende Grundstruktur des Platzes. Die Reduktion auf fünf Stützen lässt den Raum offen und übersichtlich erscheinen. Der Standort des Treppenaufgangs am östlichen Gehweg schafft eine grosszügige Freifläche zwischen Strasse und Rampe und verschafft den Bahnreisenden gute Orientierung und kurze
Wege zu den Bahngleisen. Die identitätsstiftenden V-Stützen sind wie die Rippen und die Stützmauern verjüngt, was der Konstruktion einen leicht dynamischen und leichtfüssigen Ausdruck verleiht. Zwischen den raumbestimmenden Elementen können die Einbauten und Möblierungen flexibel gesetzt werden.


Vertikal werden die beiden Ebenen über drei Lufträume mit Sichtbezügen zwischen Perron und Platz und dazwischenliegenden Lichtbändern aus Glasbausteinen räumlich miteinander verbunden. Durch den perforierten Perronboden fällt Tageslicht auf die Platzebene - die „Deckelstimmung“ wird aufgebrochen. Als Lichtfänger dienen drei Glaskörper auf dem Perrondach, die nachts als sanft strahlende Laternen den Bahnhof Chur West auch von weiter weg erkennbar machen. Die Wegführung ist übersichtlich und durch die Lufträume sowie das Tageslicht räumlich inszeniert.

 

1. Preis 2021

Zusammenarbeit mit Casutt Wyrsch Zwicky Ingenieure Chur, Chitvanni + Wille Ingenieure Chur, Kohler Landschaftsarchitekt Bad Ragaz
Visualisierungen OVA Office for Visualization in Architecture Zürich